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23.03.2017, 08:00 Uhr | Übersicht | Drucken
Stegemann: Brauchen gute Förderstrukturen über Landesgrenzen hinweg

SSB Wind Systems in Salzbergen arbeitet an Windenergie für morgen

Am vergangenen Donnerstag besuchte der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann die SSB Wind Systems in Salzbergen. Hintergrund des Besuchs ist die dortige Entwicklung sogenannter „SmartBlades“, also intelligenter Rotorblätter. Diese sollen die Lebensdauer und Effizienz von Windenergieanlagen erhöhen. „Damit wir weiterhin Windenergieanlagen in Deutschland fertigen, brauchen wir effiziente Strukturen und Innovationen wie bei SSB Wind Systems“, begrüßt Stegemann das Engagement des Zulieferers.
Das Unternehmen blickt auf eine knapp 50-jährige Geschichte zurück. Gestartet als kleine Firma unter anderem zur Reparatur in der Landtechnik ist das Unternehmen mittlerweile ein weltweit geschätzter Zulieferer für Pitchsysteme und Schaltschränke im Bereich der Windenergie. In Salzbergen arbeiten rund 150 Mitarbeiter. Daneben gibt es u.a. Standorte in China und den USA. „Unsere Standorte sind eng vernetzt. So sichern wir Arbeitsplätze in Salzbergen“, betont Geschäftsführer Frans von der Stel.
Anfang des Jahres wechselte der Eigentümer von Emerson zu Nidec, einem japanischen Hersteller von Elektromotoren mit Hauptsitz in Kyōto. „Der Gründer von Nidec, Shigenobu Nagamori, steht hinter unserer Arbeit im Bereich der Erneuerbaren Energien. Das bedeutet aber auch, dass wir liefern müssen“, so Helmut Reinke, Prokurist bei SSB Wind Systems. Daher seien die Mitarbeiter motiviert und blickten zuversichtlich in die Zukunft.
Die Branche selbst steht derweil vor Herausforderungen. „Die Umstellung zum Ausschreibungsverfahren bei Erneuerbaren Energien in Deutschland ist langfristig sinnvoll. Kurzfristig wird die Branche jedoch ordentlich durchgeschüttelt“, so Reinke.
So würde hierdurch die Auftragseingang noch stärker schwanken als ohnehin. Dies sei eine Herausforderung für die Auslastung der Werke und Beschäftigung der Mitarbeiter.
Daneben gebe es einen enormen Kostendruck. „Die Hersteller müssen ihre Kosten um bis zu 40 Prozent senken, um im Geschäft bleiben zu können“, mahnt von der Stel. Diese Herausforderung gehe SSB Wind Systems proaktiv an.
Für Bürgermeister Andreas Kaiser ist die Windenergie ein wichtiges Standbein in Salzbergen. „Gemeinsam mit dem Münsterland haben wir in diesem Bereich viele starke Unternehmen. Die Strukturen der Bundesländer verhindern aktuell aber eine stärkere Kooperation“, bedauert Kaiser. Daher werde das Potenzial nur unzureichend ausgeschöpft. Hier müssten die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen aktiv Kooperationen in Forschung und Entwicklung ermöglichen.
„Es reicht nicht, dass sich die beiden Länder bei Projekten auf ihr Kirchturmdenken zurückziehen“, unterstreicht auch Reinke, der in Neuenkirchen wohnt und daher die Situation in den beiden Bundesländern gut kennt. Stegemann will sich für eine bessere Kooperation einsetzen. „Wenn jeder für sich alleine kämpft, werden wir im Wettbewerb nicht bestehen können“, betont Stegemann. Hier sei jedoch noch viel Überzeugungsarbeit in Düsseldorf und Hannover zu leisten.



Foto (v.l.): Andreas Kaiser, Bürgermeister Salzbergen; Helmut Reinke, Prokurist SSB Wind Systems; Albert Stegemann, MdB


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